Zur Zeit jammert ja die Print-Presse ein ziemlich nerviges Klagelied, bei dem man sich schon stark an die Musik- und die Filmindustrie erinnert fühlt.
Da im letzten Jahr sowohl die Auflagen, als auch die Werbeeinnahmen rückläufig waren, hat man auch hier nun das Internet mit seinen (gröstenteils) kostenlosen Inhalten als den bösen buben, den es zu bekämpfen gilt ausgemacht. Insofern gibt es nun Vorderungen, nach einem besseren Urheberschutz im Netz für das “Kulturgut” des Journalismus und immer wieder Ideen, den eigenen Kontent im Netz kostenpflichtig zu machen und diesen obendrein vor dem Zugriff von Suchmaschienen zu schützen.
Alles samt irgendwie Ideen, die eher albern wirken und meiner Meinung nach auch in die falsche Richtung gehen. Anstatt darüber zu jammern, dass ihre Produkte nicht mehr gekauft werden und einfach die These auf zu stellen, dass die Leser sich nun gratis im Netz bedienen, solten sich die Verlage lieber einige zentrale Fragen stellen.
So sollten sie sich z.B. zunächst einmal eingestehen, dass sich das kulturelle Umfeld gewandelt hat und sie mittlerweile in ganz neuen Konkurenzsituationen (z.B. mit der Blog-Szene) stecken.
Darüber hinaus sollten sie sich auch einmal fragen, wieso die Leute ihre Produkte nicht mehr kaufen. Liegt es wirklich daran, dass es die Artikel im Netz gratis gibt? Liegt es an einer Gratismentalität der Nutzer, die illegal ist und auf das härteste bekämpft gehört? Will man wirklich gegen die eigenen Leser vor Gericht ziehen?
Oder liegt es nicht vielmehr an der immer schlechter werdenden Qualität der Produkte?
Wieso sollte denn bitte nun jemand Geld dafür ausgeben, dass man dpa-Meldungen, die man auch so einlesen kann, einfach nur abtippt und layoutet? Wieso sollte man sich mehrere Zeitungen kaufen, wenn am Ende eh die meisten von einander abschreiben und man fast die selben Artikel im fast identischen Wortlaut in allen Zeitungen lesen kann? Obendrein auch noch oftmals ohne korrekte Angabe der Quelle. Im wissenschaftlichem Kontext nennt man sowas Plagiat und das kann bekannter Maßen zur Exmatrikulation führen.
Unsere Verlage jammern aber darüber, dass sich mit sowas kein Geld verdienen lässt. Natürlich lässt sich damit kein Geld verdienen!
Für wie dumm hällt man denn bitte schön die Leser? [BILD-Leser ausgenommen. Hier könnte die Einschätzung der Verlage der Realität entsprechen]
Insofern kann ich dieses ganze Gejammere nur als nervig und albern empfinden. Doch zum Glück, gibt es auch Verlage, die hier andere Wege gehen, wie z.B. die “Linux-New-Media”, die ja die Zeitschriften “Linuxmagazin”, Linux User” und “Easy Linux” herausgibt.
Denn die Linux New Media ist nun auf die Idee gekommen, von ihren Zeitschriften “Linux User” und “Easy Linux” jeweils eine “Community Edition” heraus zu bringen. Hierbei handelt es sich um ein PDF-Dokument, dass einer Creative Commons Lizens unterliegt. Genauer der cc-by-nc-nd.
Die Community Edition kann per E-Mail aboniert werden und ist natürlich gratis zu haben. Sie enthält jedes Mal das Inhaltsverzeichnis der kommenden gedruckten Ausgabe, sowie einige ausgewählte Artikel der kommenden Ausgabe. Insofern ist sie natürlich auch ein wenig Werbung in eigener Sache. Aber genau dies halte ich persönlich für die richtige Antwort auf die problematische Lage der Verlage. Anstatt die Leser zu gängeln, wird ihnen die Möglichkeit gegeben, sich im Vorfeld einen Einblick in die Qualität des gedruckten Produktes zu verschaffen. Und genau dies, dürfte dann auch einige davon überzeugen, sich die gedruckte Ausgabe zu besorgen, da man so nun nicht mehr die Katze im Sack kaufen muss.
Außerdem gibt es hier aufgrund der Lizenz noch einen weiteren Vorteil, nämlich den, dass die eigenen Leser somit in die Lage versetzt werden, mehr oder weniger gezielt Werbung für die Zeitschriften zu machen. Schließlich erlaubt die Lizenz ja ausdrücklich die nicht komerzielle Verbreitung der Community-Edition. Insofern ist es also möglich, sie Leuten, von denen man glaubt, dass sie Interesse daran haben könnten die pdf per Mail zu schicken, oder aber auch, die Datei in die eigene Website zu integrieren und somit ebenfalls weiter zu verbreiten. Eine Möglichkeit, von der ich nun auch Gebrauch machen möchte. Insofern ist dieser Artikel der erste, in dem ich die Community-Edition der “Linux User” zum Download anbiete. Eine Sache, die ich von nun an jeden Monat wiederholen möchte, um somit auch die, wie ich finde, sehr gute und löbliche Idee zu unterstützen.
Ich selbst lese die Linux User schon seit ein par Jahren und bin bislang noch immer von der Qualität dieser Zeitschrift überzeugt gewesen. Weshalb ich nun auch überhaupt kein Problem damit habe, mich in gewisser Weise vor den “Werbe-Karren” spannen zu lassen.
Vielmehr halte ich erhlich gesagt, diese Idee, eine CC-Lizens für die Verbreitung ausgewählter Artikel der folgenden Print-Ausgabe zu verwenden für eine sehr interessante und erfolgversprechende Lösung, um mit der veränderten Realität um zu gehen. Außerdem ist es eine sehr schöne Geste gegenüber den langjährigen und auch den potentiellen Lesern.
Insofern hier nun der Download der aktuellen Community-Edition der Linux User:
LinuxUser-CommunityEdition08-09


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