Zuletzt habe ich ja hier, kurz und knapp erklärt, dass man nicht zu guten Schwarz-Weiß-Fotos gelangt, indem man den entsprechenden Modus der Kamera benutzt.
Auch habe ich erläutert, dass man nicht wirklich weiter kommt, wenn man das Foto am Rechner einfach nur in Graustufen umwandeln lässt, da man damit zwar bessere, aber eben in der Regel keine guten und erst recht keine individuellen Fotos erreicht. Vielmehr war, ist und bleibt für gute Schwarz-Weiß-Fotos der Kanalmixer das Mittel der Wahl.
Insofern möchte ich hier nun dessen Verwendung an einem Beispiel verdeutlichen. Hierzu soll uns dieses beliebige Farbfoto dienen:

Dieses Foto wollen wir nun mit Hilfe des Kanalmixers in ein Schwarz-Weiß-Foto umwandeln.
Hierbei kann es gerade für Anfänger nützlich sein, sich einmal anzusehen, wie das Foto aussieht, wenn man es zu 100% über einen der Farbkanäle umwandelt. Dies bedeutet, dass einer der Farbkanäle auf 100% gesetzt wird und die anderen beiden entsprechend auf 0%. Dadurch bekommt man zum einem einen Eindruck, wie sich die einzelnen Farbkanäle auf das Bild auswirken und zum anderem erkennt man so sehr gut, welcher der Kanäle für sich am besten wirkt und insofern auch bei dem fertigen Foto das größte Gewicht bekommen sollte.
Wenn wir dieses Foto nun z.B. zu 100% über den Rotkanal umwandeln, dann erhalten wir dieses Ergebnis:

Wie wir sehen, wird der Himmel recht dunkel, zugleich entsteht aber auch ein sehr schöner Kontrast zu den Wolken. Dies liegt einfach daran, dass sich die Farbkanäle vom groben Prinzip her genauso verhalten, wie in der analogen Fotografie die Farbfilter. Dies bedeutet, dass die jeweilige Komplementärfarbe ausgespeert wird und die Eigenfarbe verstärkt durchgelassen wird. Dadurch werden blaue Flächen beim Rotkanal dunkel und rote hell.
Wenn wir das selbe Foto nun über den Blaukanal zu 100% umwandeln, erhalten wir dem entsprechend ein genau gegenläufiges Ergebnis:

Wie wir sehen sind hier die Rotenflächen dunkel geworden und der blaue Himmel ist extrem hell geraten. Da wir hierdurch den Kontrast zu den Wolken verlieren, kann der Blaukanal für die Umwandlung des Fotos keine allzu gewichtige Rolle spielen. Ganz auf ihn verzichten sollten wir jedoch auch nicht, da es uns ansonsten auf den Rotenflächen, also der Mauer und dem Förderturm ansonsten doch etwas an Zeichnung und Kontrast fehlt.
Als nächstes wollen wir uns nun ansehen, wie das Foto aussieht, wenn wir es zu 100% über den Grünkanal umwandeln:

Im Falle unserer Beispieldatei bildet der Grünkanal so eine Art Mittelding. Stellt insofern also einen Kompromis da, wirkt für sich alleine aber auch eher etwas flau und nicht sehr ansprechend.
Insofern habe ich mich für die finale Umwandlung für 80% Rotkanal, 15% Grünkanal und 5%Blaukanal entschieden. Somit erhalte ich zusammen wieder 100%. Diese Eiserneregel, ist heute zwar nicht mehr so wichtig, wie sie einmal war, dennoch kann es gerade zu Anfang nicht schaden, wenn man sich an ihr orientiert und versucht zumindest ungefähr auf 100 zu kommen, wenn man alle drei Farbkanäle zusammen rechnet. Denn daruch erreicht man eigentlich immer recht ausgewogene Schwarz-Weiß-Fotos, die keine großen Brüche aufweisen. Wichtiger sollte jedoch dennoch das eigene Gespür für eine gute Bildwirkung sein und mit wachsender Erfahrung im Umgang mit diesem Werkzeug, wird sie auch zum ausschlaggebenden Punkt werden.
Hier nun aber ersteinmal das fertige Foto:

Wie wir hier also gesehen haben, kann man bei der Umwandlung in Schwarz-Weiß mit Hilfe des Kanalmixers sehr gute und individuell auf das jeweilige Foto abgestimmte Ergebnisse erzielen.
Als abschließendes Gegenbeispiel hier noch das Foto, dass wir erhalten, wenn wir einfach über Graustufen umwandeln lassen:


