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    Was einen Fotografen ärgert: Passanten


    Nachdem ich ja schon in der Vergangenheit den einen oder anderen Artikel geschrieben habe, “Was einen Linux-Nutzer so ärgert”, möchte ich nun einmal damit anfangen, auch im Hinblick auf mein zweites Hobby, die Fotografie, darüber zu berichten, was einen als Fotograf im Alltag immer wieder ärgert und stellenweise auch schon einmal frustieren kann.
    Die Ehre, den Auftakt hierzu zu machen, gehört der sicherlich ganz besonderen Spezies der Passanten.


    Denn diese haben irgendwie ein geradezu riesiges Talent immer genau das zu tun, was man gerade gar nicht gebrauchen kann. Oder anders formuliert, sie tuen immer genau das Gegenteil von dem, was man gerne hätte.
    Wenn man z.B. einen Brunnen oder eine Kirche für sich alleine fotografieren möchte, dann hat man schon fast die Garantie dafür, dass einen mindestens zwei Passanten genau ins Bild laufen. Besonders toll sind dabei die, die direkt vor dem eigenen Objektiv vorbeilaufen und somit dafür sorgen, dass man statt des Fotos eines Brunnen, eine wunderschöne Faltenstudie einer schwarzen Winterjacke erhällt.
    Toller Weise, funktionieren solche Scherze sogar mehrfach hintereinander, bis man sich als Fotograf shließlich auf die BIldbearbeitung besinnt und sich mit einer längeren, eigentlich überflüßigen Sitzung am Rechner abfindet.
    Das wirklich tolle an Passanten ist jedoch, dass ihr Verhalten in keinster Weise planbar ist. Hat man nun nämlich mal ein Motiv, das man zwar fotografieren will, welches für sich alleine genommen jedoch etwas langweilig wäre, dan kommt durchaus der Wunsch auf, dass doch nun bitte ein Passant durch das Bild laufen möge, den man dann am besten direkt im Goldenen Schnitt einfängt. Oder auch am Abend wünscht man sich den einen oder anderen Passanten herbei, der einem bei der Langzeitbelichtung eine wunderschöne Wischspur im Bild hinterlässt und somit dazu beiträgt, die Dynamik und die Bildspannung zu erhöhen.
    Aber genau dann, trifft man natürlich nur auf Passanten, die bemerken, dass man fotografieren will und die brav und artig stehen bleiben und darauf warten, dass man fertig wird, um einem ja nicht das “tolle” Foto zu ruinieren. – Es ist einfach zum Heulen.
    Wenn man dann auch noch ein paar Passanten dabei hat, die sich direkt hinter einen stellen, einem konsequent über die Schulter schauen und dabei mit den Füßen wippen um einem zu verdeutlichen, dass man sich doch bitte mal beeilen möge, da sie ja auch noch weiter wollen, dann kann der eigene Geduldsfaden durchaus schonmal bis zur maximalen Spannung belastet werden…
    Sinnvoll und hilfreich ist es hier dann manchmal nur noch, das an sich langweilige Foto dann einfach zu machen, die Kamera weg zu packen und weiter zu gehen. Nur um wenige Minuten später dann einen erneuten Anlauf zu unternehmen und darauf zu hoffen, dass man dieses Mal auf Passanten trifft, die zu der “Durchs-Bild-laufen”-Variante gehören. Manchmal, wenn auch eher selten hat man damit Glück. Oftmals wiederholt sich aber auch einfach nur das selbe Spiel von vorn.


    Bevor man nun aber völlig entnervt aufgibt, gibt es dann doch noch den einen oder anderen Trick, wie man doch noch zu dem gewünschten Foto kommt.
    Hilfreich ist es oftmals, wenn man seinen Bildausschnitt im Vorfeld sehr genau überlegt und anschließend so tut, als würde man etwas anderes fotografieren wollen, so dass die Passanten normal weiter gehen, da sie einem nun ja nicht mehr durchs Bild laufen. Nun kann man im richtigen Moment herum schwenken und die gewünschte Aufnahme machen. Diverse Fehlversuche sind bei dieser Methode jedoch vorprogrammiert und braucht es durchaus auch ein wenig Übung.

    Deutlich einfacher ist es da dann doch schon, wenn man sich einfach seine “eigenen Passanten”, sprich ein paar Freunde mit nimmt. Diese haben auch den Vorteil, dass sie sich gezielt dirrigieren lassen und man sein Foto besser weil bewußter gestalten kann. Jedoch gilt es bei dieser Variante zu beachten, dass die Vertrautheit zwischen “Passant” und Fotograf nicht zu sehen ist. Ansonsten erhällt man nämlich eher ein Knippsbild mit Erinnerungsfunktion…

    Alles in allem bleibt halt einfach fest zu halten, dass Passanten unberechenbar sind un dsich irgendwie gegen alle Fotografen dieser Welt verschworen haben. Anders ist für mich dieses enorme Talent, immer das Unerwünschte zu tuen jedenfalls kaum noch erklärbar…

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