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    Mein Foto unter CC wurde entsprechend genutzt. Ich freue mich über einen Haiku


    Vor einiger Zeit habe ich auf Flickr das folgende Foto unter einer CC-Lizens (Creative Commons) veröffentlicht.
    Big Wheel
    Dabei habe ich wie immer eine CC-at-nc-sa-Lizens gewählt (Attribution-non commercial-share alike) und tatsächlich wurde dieses Foto dann auch gemäß der Lizens verwendet.
    rumn8tr (Benutzername auf Flickr) hat in seinem Blog hier ein Haiku zu dem Foto verfasst.
    Hier kann ich gar nicht wirklich sagen, wie sehr mich das freut. Genau so etwas ist ja das, was ich damit beabsichtigt habe, fast alle meine Werke unter einer CC-Lizens frei zu geben.


    Es geht ja genau darum, dass die eigenen Werke auf diese Weise eine breitere Verbreitung finden und man somit im Tausch zur Freigabe seines geistigen Eigentums eine höhere Aufmerksamkeit bekommt.
    Vor allem geht es aber darum, dass andere kreative Köpfe unkompliziert und legal auf der eigenen Arbeit aufbauen können und somit etwas neues, kreatives schaffen, was für sich wiederum seine Daseinsberechtigung hat.
    So wäre ich hier in diesem Fall z.B. niemals selbst auf die Idee gekommen zu diesem Foto ein Haiku zu schreiben. Dafür ist mir diese literarische Spielart auch an sich zu fremd. Aber ich finde es schön, wenn jemand anders eine solche Idee hat und diese dann direkt umsetzen kann, ohne mich dafür zunächst ausfindig machen zu müssen und bei mir nach Erlaubnis betteln muss.
    Genauso, sollte meines Erachtens Kreativität funktionieren. Auch und gerade im Zeitalter des Internets mit all seinen schnellen Informationsflüssen.
    Es geht hier schlichtweg darum, wieviel kreative Freiheiten wir in einer freien Kultur haben! Und genau da erweist sich das Urheberrecht als riesige Bremse, die aus einer freien Kultur im immer stärkerem Maße eine Erlaubniskultur macht, wo man selbst für ein abgewandeltes Werk, welches in seinem ganzem Wesen dem Prinzip des rip-mix-burn-Prinzip folgt, also aus etwas vorhandenem etwas neues schaffen, eine Erlaubnis des ursprüngliches Schöpfers braucht.
    Und um dies auch klar zu sagen, es geht hierbei in keinster Weise um unbezahlte Künstler. Es geht ausschließlich um Freiheit. Wie bereits Stallman als Gründer der “Free Software”-Bewegung so schön sagte: “Free as in Freedom, not free as in free beer.”
    Dies ist in übrigen auch der Grund, weshalb ich immer die nc (non commercial) Variante der CC-Lizensen wähle. Wenn jemand mit meinen Werken Geld verdient, dann will ich auch ein Stück vom Kuchen abhaben.
    Wenn aber so wie hier mein Werk einfach nur für etwas neues genutzt wird und der andere Kreative nur auf meinem Werk aufbaut, ohne damit Geld zu verdienen, sehe ich keine Notwendigkeit, dass er sich zunächst meine Erlaubnis dazu holt und ich ihm gegebenenfalls auch noch eine Lizenszahlung aus den Rippen presse.
    Damit würde Kreativität lediglich im Keim erstickt werden. Und zwar eine Form der Kreativität, die für unsere Gesellschaft und jeden Einzelnen von uns extrem kostbar und wertvoll ist.
    Und um es auch ganz ehrlich zu sagen. Ich verdiene eh kein Geld mit meinen kreativen Werken. (Außer der einen oder anderen Werbeeinnahme hier im Blog). Insofern schaue ich auch gerne dabei zu, wie meine Werke im Netz Verbreitung finden und aus meinen Werken neue Werke entstehen, mit denen ich niemals gerechnet hätte.


    Nach dieser kleinen Schwärmerei möchte ich hier auch noch kurz darauf hinweisen, dass wir uns alle etwas intensiver mit den Problemen beschäftigen sollten, die das Urheberrecht mit seiner beinahe endlosen Dauer und all seinen Einschränkungen und bizantristischen Regelungen im Zeitalter des Internets für Kreativität und Künstler verursacht. Wenn man also etwas intensiver in die Materie einsteigen möchte und nach einer Gelegenheit sucht, abseits des üblichen “Geistiges Eigentum ist Eigentum und jede Nutzung ist ein Diebstahl” zu eigenen Schlüssen zu kommen, dann kann ich wirklich nur das hier beworbene Buch “Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kretivität” von Lawrence Lessig empfehlen. In diesem Buch gibt er einen wunderbaren Überblick über die Entstehung und Entwicklung des (amerikanischen) Urheberrechts und zeigt eindrucksvoll, dass man keineswegs zu den Schlüssen kommen muss, die einem die Content-Industrie in dieser Frage immer wieder nahe legt. Lessig ist im Übrigen Mitbegründer von Creative Commons und geht insofern auch darauf in seinem Buch kurz ein.

    Abschließend möge auch das folgende Video als kurzer Einstieg in die Materie dienen:

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    2 comments to Mein Foto unter CC wurde entsprechend genutzt. Ich freue mich über einen Haiku

    • Twitter:
      Ich habe immer die Angst, dass meine Bilder ohne meine Angaben geklaut werden, daher gibts sie gar nicht. Also nur in MEINEM Fotoblog… aber vllt sollte ich mir mal gedanken machen das genauso zu tun. Wenn sich denn die Menschen auch dran halten.

      Mal wieder über das Thema grübeln, ist bestimmt schon da 10^x mal…

      LG
      Timo

    • Björn Kraus

      Twitter:
      Hi. Naja Timo, ich sag mal so; deine Fotos lassen sich auch aus deinem Fotoblog klauen. Und wenn das jemand will, dann tut er das auch. Ob du nun CC benutzt oder das normale Urheberrecht is da dann unerheblich und der Diebstahl ist in beiden Modellen illegal. CC ist im Übrigen auch gerichtsfest.

      Ich denke immer, dass ich damit auch die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls senke, da ich der Meinung bin, wenn ich die Kopie gegen Namensnennung/Link erlaube, is die Motivation zu klauen viel geringer.
      Die Idee ist eben, dem “All rights reserved” ein “Some rights reserved” an die Seite zu stellen…
      Und wie gesagt: “All rights reserved” schützt dich genauso wenig vor einem Diebstahl deiner Werke… Meine Meinung jetzt.

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